Raymond Hains

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Der französische Künstler Raymond Hains (1926–2005) war Zeit seines Lebens ein unermüdlicher Neuerer, der in seiner Kunst immer wieder zeitgemäße Ausdrucksmittel und neue Chiffren fand. Bereits in den frühen Nachkriegsjahren experimentierte er mit Fotogrammen und optisch verzerrenden Kameralinsen in der von ihm so genannten hypnagogischen Fotografie. In den 1950er-Jahren holte er abgerissene Poster von den Plakatwänden der Städte, erklärte sie zu Gemälden und offerierte als Affichist eine realitätsnahe Alternative zur Spiritualität des abstrakten Expressionismus.

1960 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Nouveau Realisme und brachte mit Bauzäunen die sperrige Wirklichkeit der Straße in den Ausstellungsraum. Dann entdeckte er die Möglichkeiten des Sprachspiels und hielt die sich ergebenden Narrationen und Gegenüberstellungen in Fotografien fest oder sammelte die dazugehörigen Dokumente in Koffern. An den Rändern des Stadtbilds entdeckte er Skulpturen auf der Straße, die er ebenfalls fotografierte. Um die Jahrtausendwende schließlich begann er seine Serie der Macintoshages, für die er Bilder auf den Dialogfenstern seines Computers collagierte, und formte Neonskulpturen nach den borromäischen Knoten des Psychologen Jacques Lacan.

Diesem Erfindungsreichtum und der Vielschichtigkeit des Werks angemessen, zeigte die Galerie Max Hetzler 2015 eine thematisch angelegte Retrospektive gleichzeitig an allen drei Orten der Galerie in Berlin und Paris. Die vorliegende Publikation, als erste umfassende Monografie in Zusammenarbeit mit dem Estate des Künstlers geschaffen, spannt von dort einen größeren Bogen. Sie verdeutlicht die vielen Bezüge, die es in ihrer Gesamtheit ermöglichen, dieses künstlerische Schaffen in all seinen Verflechtungen zu erfahren.

Dem kenntnisreichen werkbiografischen Essay von Kurator Jean-Marie Gallais sind eine persönliche Würdigung der Künstlerin Tacita Dean sowie ein Text und ein langes Gespräch mit dem Künstler von Hans Ulrich Obrist beigestellt, in dem Hains’ unerschöpfliche Assoziationsketten in seinen eigenen Worten nachlesbar werden.

Holzwarth Publications 1.Auflage

Texte von Jean-Marie Gallais, Hans Ulrich Obrist, Tacita Dean

Interview Hans Ulrich Obrist mit dem Künstler

Englisch / Französisch 

Hardcover mit 3 Ausklappseiten 

24 x 30 cm

230 Seiten 

176 Farb- und 42 Sw-Abbildungen

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