Joan Fontcuberta: A través del espejo
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30,00€
About
Mit „A través del espejo“ bringen Joan Fontcuberta und Joaquín Gallego mehr als dreihundert anonyme Selbstporträts aus dem Internet zusammen.
Einzel-, Paar- oder Gruppen-Selbstporträts, aufgenommen in öffentlichen oder privaten Räumen, mit Kameras oder Mobiltelefonen, die verschiedene Situationen, Gesten und Posen einfangen, in denen sich der Fotograf darstellen möchte, geben einen guten Überblick über die soziale Ausbreitung der Ikonophilie in einer Zeit, in der die Zurschaustellung des Intimen zum gängigen Ausdruck von Subjektivität geworden zu sein scheint. Für jedermann zugänglich und auf den potenziellen Blick des „Anderen” im Netz ausgerichtet, werden sie hier entsprechend dem anonymen Fluss ihrer Verbreitung im Internet reproduziert, in zufälligen Serien, die durch Anhäufung zu funktionieren scheinen, deren Wirkung jedoch die Aufhebung oder das Verschwinden des Intimen zugunsten der spektakulären Dimension ist, in der ihre Sichtbarkeit gefördert wird.
Die neben diesen Fotografien veröffentlichten Texte schlagen verschiedene Interpretationsansätze vor, um vor dem Hintergrund dieser Bilder eine Reflexion über die Darstellungsweisen von Subjektivität und Intimität anzustoßen. So begründet Joan Fontcuberta in seinem grundlegenden Essay „La danza de los espejos (identidad y flujos fotográficos en internet)“ eine neue Etappe in der Interpretation der Geschichte der Fotografie und weist in diesem beispiellosen anthropologischen und visuellen Phänomen auf ein Vorher und Nachher in ihrem historischen Verlauf hin.
Die Kunstkritikerin Estrella de Diego schlägt in „Espejos sin alinde” eine Überarbeitung der Fragen vor, die sich um die Konzepte der Autobiografie und der Selbstdarstellung ranken.
Der dritte Text, „El espejo es el ojo del alma“ („Der Spiegel ist das Auge der Seele“) des Semiotikers Roman Gubern, präsentiert diese fotografische Zusammenstellung als Beispiel für die Entwicklung der „Gesellschaft des Spektakels“ zu einer „Voyeur-Gesellschaft“ („wer nicht sichtbar ist, existiert nicht“).
Der Fotograf Alberto García-Alix interpretiert in „La guerilla de los espejos“ dieses neue fotografische Phänomen in politischer Hinsicht und schlägt eine transgressive Haltung gegenüber der Globalisierung der Bilder vor.
Der Philosoph und Psychoanalytiker Jorge Alemán greift in seinen „Especulaciones“ das Lacansche Konzept der „Extimität“ in einem Essay auf, der zwischen Fiktion und Realität angesiedelt ist (das „Extimus“ spiegelt sich nicht im Spiegel wider).
352 Bilder
Flexbinder mit siebgedrucktem Band
392 Seiten
20 x 15 cm
2010